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Montag, 28. November 2011

Günther Jauch und sein Bildungsverlust

Hi Leute,
ich bin heute Nachmittag auf etwas ganz Schreckliches gestoßen. Es war ein so genannter 'Polit-Talk' mit Günther Jauch, also eine als seriös verkaufte Talkshow, mit dem Titel "Generation Doof - warum gibt es so viele Bildungsverlierer?" Was daran so schrecklich war? Ich will es euch gerne erzählen:

Zunächst einmal der Titel. Generation Doof? Solch einen Titel hätte ich von der BILD erwartet, aber doch nicht von DER Polit-Show des öffentlich rechtlichen Fernsehens? Klar geht es darum, dass wir seit PISA feststellen mussten, dass das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich in manchen, ausgewählten, Bereichen defizite aufzeigt. Doch wollen die Köpfe, die diesen Begriff eingeführt haben und in diesem Fall auch benutzen, etwa sagen, dass die vorherigen Generationen schlauer waren? Das wäre nämlich die Konsequenz, wenn man eine Generation doof nennt. Doof ist relativ. Aber das ist (leider) nur das kleinste Problem bei dieser Sendung gewesen.

Es wurde also versucht mit einem Fußballtrainer (Felix Magath), einem 'Vom-Tellerwäscher-Zum-Millionär' SPD Mann, einer ehemaligen Schulministerin und zwei Pädagogen (eine "Kuschelpädagogin"  und ein knallharter Disziplinator) über diese Bildungsmisere zu reden. Doch bevor die aufgezählten Gäste zu Wort kamen, stellte Jauch zunächst eine Wunderkind und eine Omi vor. Das Kind ist hochbegabt, kann Goethes Faust auswendig und wird mit 16 Abi machen. Die Dame hat dagegen mit Ü70 noch ihr Abi nachgeholt und studiert nun. Beide werden als "Bildungsgewinner" verkauft. Es bleibt mir jedoch völlig unklar, warum diese beiden vorgestellt wurden. Was hilft es uns über Generation Doof diskutieren zu können, wenn man uns ein Wunderkind und eine Dame zur Schau stellt? Oh, schön für sie - mehr bleibt da nicht hängen. Im weiteren Verlauf stellen sich die beiden auch als überflüssig heraus, weil sie in keiner relevanten Weise erwähnt werden. Warum auch? Die Dame durfte etwa drüber spekulieren, wieso ihre Kollegen auf dem Abendgymnasium oft kein richtiges Deutsch konnten. "Um cool zu sein", war sinngemäß ihre Erklärung. Dass andere Dimensionen wie kulturelle Hintergründe und soziale Zwänge innerhalb dieser Jugendkulturen eine Rolle spielen könnten, darauf kam niemand. Weder Jauch, noch die Abi-Omi. So begann die Sendung mit einem halb-wissenschaftlichen Auftakt und wuchs seitdem auch nicht über sich hinaus.

Richtig schlimm wurde es jedoch, als die Runde anfing zu reden.
Man meint vielleicht zu glauben, dass es hilfreich wäre eine Diskussionsbasis zu schaffen. Ein gemeinesames Fundament des Themas bilden, worauf man den Diskurs aufbaut um Begriffsirritationen vorzubeugen. Oder um Ahnungslose in das Thema einzuführen, damit sie auch wissen, worüber da geredet wird. Fehlanzeige. Generation Doof wird als ein Haufen von Jugendlichen vorgestellt, die es bei Bewerbungen nicht auf die Reihe kriegen, die Fläche eines Tisches auszurechnen. Das wars, keine weiteren Informationen zum Gegenstand der Diskussion. Der Einwand vom SPD Politiker, dass es pauschalisierend war, wurde weder von ihm selbst noch von jemand anderen ernst genommen. Keiner Bestand auf Differenzierung. Niemand kam auf die Idee, dass es nur 10 Bewerber waren. Eine wissenschaftlich repräsentative Stichprobe ist etwas anderes. Aber wie bereits erwähnt - auf wissenschaftliche Qualität wurde nie wert gelegt. Man merkte es beispielsweise daran, dass die vermeintlichen "Experten", also die Grundschullehrererin und der Realschulleiter, nie wirklich zu Wort kamen. Die eine wurde als Kuschelpädagogin abgestempelt, weil sie das Notensystem anzweifelt. Eine Position, die sie nicht allein in der Pädagogik vertritt. Der andere ein Pädagoge, der durch Strafen seine Berliner Realschüler mit Erfolg diszipliniert hat. Dass diese beiden grundverschiedenen Ansichten einen sowas von großes Diskussionspotenzial ergeben und deren Argumente auch wirklich dazu beitragen können die Frage zu beantworten, woran es liegt, dass unsere Jugend angeblich keine Tischflächen ausrechnen können, darauf kam anscheinend weder die Redaktion noch Jauch.
 
Stattdessen wurde immer nur das Thema gewechselt, ehe eine Diskussion aufkam. Man sprach über persönliche Bildungsgänge der Gäste. Was juckt mich das als Zuschauer, der sich über das Bildungsproblem informieren will? Doch wieso hat keiner der Gäste bemerkt, wie lahm und wie zielverfehlt diese Runde war? Warum hat keiner den Mut gehabt zu sagen: "Herr Jauch, mit Verlaub, wir führen gerade ein sinnloses Gespräch. Weder haben wir zur Genüge geklärt, was Bildungsverlierer eigentlich sind, noch beantworten wir die Frage warum es diese gibt." Es wurden beispielsweise Wortfetzen wie "Familiäre Unterstützung" oder "Geld" reingeworfen. Konkret wurde es jedoch nie. Keine Verbesserungsvorschläge. Keine umfassenden Erklärungsversuche oder Präzisierungen, wie z.B. wohin das Geld gehen soll oder wie man die elterliche Unterstützung verbessern könne. Es blieb schwammig und pauschal. Es entstand der leider der Eindruck, dass niemand wirkliche Ahnung vom Themenkomplex hatte. "Alltagstheorie", hat es eine Dozentin genannt. Viel schlimmer war jedoch das Gefühl, dass niemand den Mut hatte das Thema Bildung in die Hand zu nehmen. Bildung ist leider etwas, womit jeder was mit zu tun haben glaubt und mitreden möchte. Wenn es jedoch ums Eingemachte gehen soll, reicht jeder die heiße Kartoffel weiter, in der Angst sich die Fingerchen daran zu verbrennen.

Wer sich meine 60 minütige pädagogische Qual geben möchte:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8888880

Oh Mann...
horst

Montag, 26. September 2011

"Meine Organe kann jeder gerne haben - die Leber würde ich allerdings keinem empfehlen."

.. so lautet ein Kommentar zu einem Online-Zeitungsartikel.

Es geht heute also um Organspende.
Eigentlich kein Tabu-Thema mehr in unserer Gesellschaft, jeder hat davon gehört, jeder müsste wissen, wie man Organspender werden kann und jeder könnte einer sein, weil es eigentlich jeder befürwortet. Oder?


Was würde eurer Meinung nach Für und Gegen Organspende sprechen?


Habt ihr einen Organspenderausweis? 

Würdet ihr fremde Organe annehmen? 

Die große Frage, die ich stellen möchte ich aber:
Warum haben so wenige Menschen einen Organspenderausweis, obwohl sehr viele es für vernünftig halten? 
"In Umfragen erklären bis zu 80 Prozent der Deutschen, mit ihren Organen nach dem Tod anderen Menschen helfen zu wollen. Doch nur etwa 18 Prozent haben tatsächlich einen Organspendeausweis. Dieses Missverhältnis besteht seit Langem." heißt es in dem oben genannten Artikel. Einer der Gründe soll die Tatsache sein, dass sich nur wenige Menschen ernsthaft mit dem Tod auseinandersetzen wollen. Nur wenige sind sich der eigenen Vergänglichkeit bewusst. Erst wenn man krank ist, merkt man, dass man nicht unersterblich ist.

Findet ihr auch, dass man in unserer Gesellschaft den Tod viel zu sehr ausblendet? Ich habe manchmal das Gefühl, dass uns ein übertriebenes Gefühl der Sicherheit suggeriert wird. Es kommt mir oft so vor, als ob nur das Starke, der Erfolg und das Leben an sich gefeiert werden. Wer nicht zur Gewinnerseite gehört, der wird zurückgelassen. Über diese Tatsache wird dann geschwiegen. Stille Akzeptanz für die, die nicht ins Schema passen. In Kindersendungen wird das Thema , ja sogar das Wort(!) Tod zensiert, aus Jugendschutzgründen. Ob es pädagogisch sinnvoll ist, solche Inhalte im Fernsehsen zu behandeln, ist jetzt natürlich ein neues Fass, welches ich nicht aufreissen möchte. Jedoch soll langsam klar werden, dass ich nicht wohlbehütet im goldenen Käfig der Bildung Mensch werden möchte. So schlimm und schmerzvoll es auch sein kann, es macht die Sache nicht besser, wenn man den Tod totschweigt. Im Kontext der Organspendediskussion kann die offenere Art zum Tod nämlich Leben retten. Über den Tod reden um das Leben zu verschönern. Ironisch.

horst

Sonntag, 7. August 2011

How-To: Weltverbesserung | Teil 1

Tach,
heute wollen wir uns der Frage widmen: Wie kann ich die Welt verbessern?
Doch bevor man etwas verbessern möchte, sollte man schon ein wenig aufklären, was man eigentlich genau verbessern möchte. Daher widmen wir uns in diesem Teil 1 zunächst einmal der Kritik, bevor wir uns ans Eingemachte, nämlich den Verbesserungsvorschlägen, machen.

Ich unterstelle meinen Lesern an dieser Stelle einfach mal, dass sie nicht rundum zufrieden mit der Welt seien. Damit meine ich nicht belanglose Problemchen wie "Ich möchte ein iPhone haben ;__;" oder "Dieser Junge auf den ich momentan stehe fckt mich gerade übertrieben ab!" Oder "Omg, hast du das neue Profilbild von  kaökjsadf (rein fiktiver Name, in Facebook nachschauen lohnt nicht) gesehen? Voll die biatch!"
Ich meine die wirklich großen nervenden Dinge. Welthunger, Krieg, Klimaveränderung - um ein paar Standardproblemchen zu nennen. Aber auch Dinge, die zum Beispiel in eurer unmittelbaren Umwelt nerven, wie Rassismus, größere Toleranz gegenüber Gewalt, Rauchen oder Abneigung gegenüber Schwulen usw.

Mich persönlich stören außer den oben bereits angeführten Beispielen noch folgende Dinge:

- die (momentane) Geldpolitik: Langsam wird klar, dass das ganze Geschäft mit dem Geld irgendwie nur mit Minuszahlen läuft. Deutschland schuldet Land A 2243200234923402ß4234lkafd923€, Land B 23492340ßß54353€, Land C 9ß234ß23488382371110€ und Land D 932942397591012€. Währendessen schuldet Land B Deutschland 93492348775211232€, Land A 9932432910012484€ und den anderen Ländern weitere unwirklich erscheinende Geldsummen. Griechenland, Italien, USA, Portugal, Tibet usw. bald bankrott, der deutsche Steuerzahler wird bluten müssen, bla bla bla. Dass absolut alle da noch durchblicken bezweifle ich an dieser Stelle. Dass dieses System aber schon seit Jahrzehten einigermaßen funktioniert und mit für unseren Wohlstand verantwortlich ist, das steht außer frage. Ich kriege jedoch immer mehr den Eindruck, dass dieses System (Nennen wir das Kind beim Namen: Der Kapitalismus) sich wie ein Luftballon immer weiter aufbläht und bald zu platzen droht. Ohne mich als linken Marxisten zu outen, halte ich in Zeiten wie diesen eine Kritik an den Kapitalismus für durchaus berechtigt. Auch aus ethischen Gründen, denn es ist ja schon fast anerkannte Tatsache, dass der Grund wieso wir Europäer in Saus und Braus leben (na ja genau genommen bin ich ja kein Europäer, aber irgendwo fruchtete diese für Mist verschriene Integrationspolitik wohl doch, sodass ich mich irgendwie dazuzähle) mit etwas wie Ausbeutung einhergeht. "Kinder in Afrika" als Synonym für "verhungernde und verzweifelte Kinder" zu gebrauchen, zeigt, dass in meiner Generation diese Tatsache bereits in der Sprache subtil verankert ist.

Ob unser Finanzsystem alternativlos ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Dieser Frage traue ich mich noch nicht zu widmen. Jedoch sei hier das Bild des bösen, spekulierenden Börsenmaklers zu nennen, der mir an dieser Stelle Grund zum Zweifeln gibt. Sollten Anzugträger beruflich über Lebensmittelpreise spekulieren dürfen, mit der Konsequenz, dass der persönliche Profit des Börsianers gleichzeitig den Hunger Tausender Menschen bedeutet? Allein dass es in der Praxis möglich ist, dass es diesen fiktiven Börsenmakler geben könnte und dass das System dieses Geschäft zulässt, spricht doch dafür, dass es genügend Defizite gibt!

Man beachte, dass ich in diesem kleinen Auszug nicht differenziert habe und nur den Kapitalismus als anarchisches Raubtier meine, das mit der unsichtbaren Hand schon iiirgendwie zum Guten gelenkt wird. Mir ist durchaus bewusst, dass es die Idee der sozialen Marktwirtschaft gibt.

- Mediale Verdummung: Trash-TV, Assi-TV, HartzIV-Fernsehen... das Kind hat schon einige Namen verpasst bekommen. Es handelt sich um ein Ärgernis bildungsverwöhnter Fernsehzuschauer, die es nicht ertragen können, dass RTL, RTL2, Pro7, Sat1, Kabel 1 und Co. auf Quotenreisser setzen, wo es darum geht Jugendliche zu blamieren oder schlechte Schauspieler dafür zu bezahlen bei Fernsehsendungen mitzuspielen, die dem Zuschauer suggerrien es handle sich um eine echte Doku mit echten Menschen und echten Problemen. Ich will an dieser Stelle gar keine Namen nennen - wer bereits Opfer dieser Fernsehkultur geworden ist, weiß welche ich meinen könnte. Jene, die immer noch nicht wissen, wovon ich spreche, beneide ich um deren Verdummungsfernsehjungfräulichkeit.

Im Grunde wäre es aber eigentlich nur halb so schlimm, denn ich brauche das ja nicht schauen. Gebühren zahle ich ja zum Glück nicht für so einen Müll, denn nur das staatliche Fernsehen besitzt die hoheitliche Macht für Sendungen, die man nicht schaut, Geld zu verlangen. Aber doch, es ist für mich trotzdem irgendwo ein Problem: Man darf sich doch an dieser Stelle fragen, wieso die Sender in den letzten Monaten so viel von diesem Trash-TV produziert und ausgestrahlt haben. Es muss doch irgendwo eine Nachfrage bestehen, die dieses Angebot zu decken scheint. Denn schließlich müssen die Sender sicher gehen, dass genügend Menschen die Werbeunterbrechungen konsumieren. Kurz: Wer schaut so einen Scheiß? Anscheinend genügend viele Leute, sonst würde RTL nicht Folge 2354363 von Mitten im Leben ausstrahlen. 

Natürlich ist es jedem sein persönliches Recht zu entscheiden, wovon er unterhalten werden möchte. Zu Recht darf man auch von einer gewissen Arroganz von den Seiten derer ausgehen, die diese Fernsehkultur HartzVI-Fernsehen  nennen. Der Titel Mediale Verdummung besitzt bereits diese arrogante Note. Trotzdem halte ich es für problematisch, was es über die Gesellschaft auszusagen hat, wenn solche Fernsehformate, ich will nicht sagen Erfolg genießen, aber trotzdem zumindest keinen totalen Reinfall erleben müssen. "Bildungsfernsehen", d.h. geschichts-, kultur- oder politische Fernsehsendungen werden auf unmenschliche Zeiten wie 2:00 morgens verbannt (wo nur so Freaks wie ich es noch schauen), während X-Diaries Nachmittag-Abends laufen darf. Doch gehen wir das ganze auch global an. Wie kann es sein, dass die westliche Filmindustrie mit Sex, Gewalt, Lügen und Ausnutzung von hormonell benebelten Mädchenhirnen so viel Geld scheffeln kann? Wir ecken hier an ein größeres Themenfeld an, das ich an dieser Stelle nicht anschneiden möchte. Stichwort Konsumkultur.

Na gut, genug von meiner Seite. Ihr seid dran:
Was kotzt euch denn so alles an? Was haltet ihr für verbesserungswürdig? Oder einfach Kommentare/Kritik zu meinen aufgeführten Problemvorschlägen? Her damit! : )



Hade Lan
horst

Mittwoch, 6. April 2011

Dedicated to Prof. Harald Lesch

Yo Fellas,
heute stell ich euch einen großen Mann vor, der sich nun in der Halle meiner inspirierenden Personen rühmen darf: Prof. Harald Lesch!

Wer ist das?
Prof. Harald Lesch ist ein deutscher Astrophysiker, Naturphilosoph und vor allem so ziemlich der medienwirksamste Wissenschaftler unserer Zeit. Er ist bekannt aus Wissenschaftssendungen wie „Alpha Centauri“ oder „Abenteuer Forschung“, in denen er relativ komplexe Themen innerhalb kurzer Zeit dem Zuschauer zu erklären versucht.

Was ist an ihm so besonders?
Ich finde Prof. Harald Lesch einfach toll, weil er es tatsächlich schafft abstrakte Themen für einen Normalsterblichen verständlich zu erklären. Man muss beispielsweise nicht viel Ahnung von Physik haben, um von ihm verklickert zu bekommen, was ein schwarzes Loch im Grunde genommen ist oder wie man sich die Relativitätstheorie konkret vorstellen kann.  Ich bewundere seine Fähigkeit gut erklären zu können, Themen interessant zu verpacken und vor allem seine mediale Präsenz.
Mein persönlicher Favorit unter seinen Fernsehauftritten will ich euch hier liefern. Man beachte die Dialoge zwischen ihm und Frau Zietlow, welche u.a. für Sendungen wie „Der große deutsche IQ-Test“ bekannt ist. ; )








Wo trifft man in den Medien heutzutage sonst auf Physiker oder Philosophen? Spontan fallen mir da nur Nachrichtensendungen ein, die von einem „Experten“ auch den wissenschaftlichen Segen ihrer Berichterstattung bekommen wollen.  Aber ein Wissenschaftler, der außerhalb von Schule und Uni daran bestrebt ist die Kluft zwischen Fachwissenschaft und Bürgerschaft zu verkleinern, ist wahrscheinlich selten.

Denn eigentlich ist es schade, dass man im Alltag wenig Platz für tiefgründige Themen findet. Warum ist es denn uncool mit Freunden über Physik statt über Fußball zu reden? Gibt es da sinnvolle Gründe? Mir fallen jedenfalls keine ein.
Ich finde es schade, dass die Wissenschaft zwar von außen gepriesen, aber im Detail verpönt wird. Dass 3D Kino eine Klasse Sache ist, davon sind viele überzeugt - aber wie das dreidimensionale Bild in unseren Kopf kommt, darüber wollen sich nur die wenigsten Kinobegeisterten den Kopf zerbrechen. Ich könnte noch viele Beispiele bringe,  doch sie alle Zielen auf eines: eine Diskrepanz zwischen Bürgertum und Wissenschaft. Wie sonst könnte man die fernseherische Verbannung von Wissenschafts – und Politsendungen auf unmenschliche Sendezeiten bewerten? Es scheint mir, als ob man aufhört zu staunen. Sich für wissenschaftliche Sachen zu begeistern ist wohl uncool.
Darum ist es von Prof. Harald Lesch so cool, diese Diskrepanz, diese Distanz zu verkleinern und eben dieses natürliche Staunen wieder cool zu machen. Sich zu fragen, was die Erde im Innersten zusammenhält, ist meiner Meinung nach natürlich. Atmen ist auch natürlich. Ist Atmen jetzt uncool?

Tschömitö
horst

Sonntag, 20. März 2011

Pray, hope and donate

Moin,
den folgenden Blogpost widme ich dem momentanen Weltgeschehen.

Weit ausholen brauche ich ja nicht, wir alle wissen mehr oder weniger was in Japan los ist. Erdbeben, Tsunami und der eventuelle atomare Super-GAU. Die Welt schien erstarrt, in den Medien sah man nichts anderes, überall wird darüber geredet. So weit so schlecht.
Doch nun das Spannende: Nach einer Zeit entwickelte ich ein komisches Gefühl: Ich fühlte mich genervt. Genervt, weil ich überall mit diesen Infos, diesen Bildern, diesen Kommentaren zugeballert werde. Facebook, Zeitungen, Fernsehen, Radio – fast überall war das Leid zu hören, zu sehen und fast schon zu fühlen. Es nervte mich, dass das Leid einen fast schon inflationären Wert bekommt, weil ich mich so oft damit auseinandersetzen muss. In Anbetracht der Tatsache, dass Tausende von Menschen starben, Millionen um ihr Leben bangen und Milliarden in der Welt mit ihnen bangen, ist ein Gefühl des Genervtseins eigentlich unpassend, um es milde auszudrücken. Vielleicht einfach eine unmoralisch wirkende psychologische Schutzreaktion?
Aber ich habe von ein paar gelesen, dass sie ähnlicher Meinung bzw. ein ähnliches Gefühl verspüren. Schön, dass ich nicht der Einzige bin : )

Besser formuliert hat es folgender Artikel, der eigentlich primär die jüngsten Geschehnisse im arabischen Raum kommentiert. Traurigerweise haben wir nun einen zweiten Bezugspunkt.

Eine interessante Stelle des Artikels möchte ich hier zitieren:
„Es mag sich zwar irgendwie richtig anfühlen, Solidarität mit der arabischen Jugend im Netz zeigen, indem man unterstützende Worte irgendwo hinschreibt. Aber es hat viel davon, jemandem in einem brennenden Haus freundlich zuzuwinken.“

Ähnlich lässt es sich auf Japan übertragen. Pray for Japen, Hope for Japan und wie die Slogans alle heißen; Es ist nichts Falsches dran, sich dieser Bewegung anzuschließen. Doch frage ich mich, ob jene Menschen, die dies bei Facebook schrieben auch dazu bereit sind eine andere Art von Hilfe zu Leisten. Ich denke dabei beispielsweise an Spenden. Vielleicht sollte der neue Slogan „Donate for Japan“ heißen, denn bei allem Respekt -  Beten und Hoffen wärmen nicht so sehr wie eine Decke.

Ein anderes Thema sollte auch noch angesprochen werden. Es scheint, als ob es Menschen gibt, die das Erdbeben mit einer Art Racheaktion für Pearl Harbor vergleichen. Die Kommentare, mitsamt Name und Bild der Verfasser, kursieren momentan im Internet herum. Es sind Kommentare, die bei vielen einfach nur auf Unverständnis und Wut stoßen. Wie kann man eine solche Katastrophe gutheißen?
Auch dazu habe ich einen SpiegelOnline-Artikel, der die Situation ziemlich gut beschreibt. Meiner Meinung nach im Ton viel zu diplomatisch, aber für ein Zeitungskommentar angemessen:

Am Ende stellt sich uns die Frage: Was bedeutet das Ganze für uns? Welche Entschlüsse können wir ziehen? Was können wir daraus lernen?
Meine Vorschläge:
So philosophisch angehaucht wie ich bin gibt es zunächst Konsequenz a):
Ethik in der Wissenschaft. Ein Gespenst, oft ignoriert, doch präsent… mehr oder weniger. Ethik ist ein zentrales Thema in der Atompolitik. Die angestoßene Debatte über Atompolitik ist im Kern (Wortspiel, aber zu ernstes Thema um drüber zu lachen T_T) nichts anderes als Ethik.
Aber auch Ethik von Seiten der Verantwortlichen dieser Kraftwerke: Es scheint, als ob Japans Vorstand Berichte gefälscht haben soll. Vertuscht, klein geredet. Ethisch unverantwortlich und schlichtweg falsch.
Konsequenz b): Wie können wir in der Zukunft ähnliches verhindern oder zumindest lindern? Meine Leserschaft ist ja noch relativ jung; Engagierte können sich beispielsweise in die seismologische Forschung einsteigen. Oder beim THW. Lernen und Forschen – für eine bessere Zukunft : )

In diesem Sinne,
horst


Montag, 21. Februar 2011

Krass

Hi Leute,
ich sollte in dem Moment eigentlich längst schlafen, da ich in wenigen Stunden bereits wieder auf dem Weg zur Uni sein muss. Der Grund, warum ich stattdessen dabei bin, ein Blogpost zu verfassen, ist eine Dokumentation, die ich soeben geschaut habe. Manche von euch wissen, dass ich ein Doku-Junkie bin und auf (coole) Dokumentationen stehe. Normalerweise bevorzuge ich wissenschaftliche, historische, politische oder wtf-Dokumentationen (Geschichte der Rasierklinge), doch die Doku eben hat mich einfach krass getroffen.

Die Doku handelte über verschiedene Männer, die in den USA, Texas, zum Tode verurteilt wurden. Es waren Aufnahmen und Interviews  kurz vor der eigentlichen Hinrichtung. Ob sie schuldig waren und ob sie es verdient habe, steht hier nicht zur Debatte. Aber wie sie von ihrer Verurteilung, wie sie von ihrer Tat und von ihren sozialen Hintergründen sprachen – es war einfach erschütternd einen Menschen sprechen zu hören, der genau weiß, dass er in einer Woche oder 24 Stunden sterben wird. Ich erinnere mich an einen Mann, der sich wünscht, dass in den folgenden 24 Stunden nichts dazwischen kommt. Er wollte, dass es endlich aufhört. Vollkommen nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass er davor 15 Jahre damit verbracht hat, sich auf diesen Moment vorzubereiten.

Mich hat das Thema um ehrlich zu sein nie groß interessiert – natürlich empfand ich diese Sache immer als eine ernste und wichtige Sache. Aber im großen Rahmen der menschlichen Probleme, fand ich das Thema Hinrichtungen eher nebensächlich. Welthunger, AIDS, Naturkatastrophen usw. waren für mich da irgendwie „wichtiger“, weil es ja schließlich mehr Menschen betrifft. Die Zahl der Hingerichteten (China, Nordkorea, Arabische Länder mit eingebunden) ist, ohne jetzt konkrete Zahlen nennen zu brauchen, mit großer Wahrscheinlichkeit geringer als die der „anderen“ Opfer. Wer mit dem Begriff Utilitarismus etwas anfangen kann, weiß, dass diese Form der Ethik bei mir anscheinend gegriffen hat. Wer sich näher damit befasst hat, kennt auch die Schwächen dieser Ethik – woher wissen wir nun, dass das Leid von 100 Menschen mehr wiegt, als das von 10 Menschen? Ist das Leid von einem Menschen, der Jahrzehnte mit dem Datum seines Todes klarkommen muss, kleiner als der Hunger eines zentralafrikanischen Waisenkindes? Rhetorische Frage.
Ich will hier auch nicht zu sehr ins Detail gehen, sondern nur meine Gedanken niederschreiben, die mich gerade innerlich so aufwühlen. Ich habe mich nur kurz in die Lage dieser Sträflinge hineinversetzt und spüre jetzt schon diese gigantische Unruhe, die einen beherrscht. Krass.

Ohne euch jetzt dazu zu zwingen, es euch reinzuziehen, denn das Gefühl, das ich gerade in mich habe, ist kein schönes – aber ich denke man sollte sich als Mensch mit diesem Thema auseinandergesetzt haben –  darum: zieht‘s euch rein. Nach fast 15 minütiger Suche habe ich endlich den Titel dieser Doku gefunden (Teletext von N24, gebt euch den Scheiß!) und nach weiteren 15 Minuten habe ich nun endlich den Link zum Video.

http://www.n24.de/news/newsitem_6352824.html 
Titel: "Im Todestrakt - Warten auf die Hinrichtung"
Unter dem großen Foto einfach das Video anklicken.

Dieser Blogpost dient nicht dazu, das Thema „Hinrichtungen“ allgemein aufzugreifen, jedenfalls nicht primär. Ich wollte eigentlich nur ein Gefühl zeigen, das durch Worte und Bilder von innerlich zum Sterben bereiten Menschen hervorgerufen wurde. Spart euch übrigens eure Kommentare, die sich gegen meine Männlichkeit richten – ich weiß, ich bin awesome. *COOLESSONNENBRILLENSMILEY*

Freitag, 11. Februar 2011

Eine Kritik an Stolz und Ehre

The Naked And Famous - All Of This
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Hi Leute,
nachdem ich versucht habe ein Blog über die beiden Begriffe zu schreiben, inklusive Definition, Beispielen, Pro-, Kontra Argumenten usw. merkte ich schnell, dass einem graue Barthaare wachsen (ja auch euch Mädels), bevor man es zu Ende gelesen hat. Also folgt die abgespeckte Version, die „kurz und knapp“ provozieren, amüsieren und diskutieren soll : )

Stellen wir uns zunächst einmal folgenden Fragen: Worauf kann man stolz sein? Ist Stolz in jedem drin, haben einige einen größeren? Kann man Ehre anfassen und wenn ja, wie fühlt es sich an?
Wir alle kennen den Satz „Ich bin stolz auf dich“. Doch ist man wirklich stolz auf eine Person? Die Antwort ist Nein, da man lediglich auf Taten stolz sein kann, nicht auf einen Menschen oder einer seiner Eigenschaften. Der Vater ist stolz auf seinen Sohn, weil er eine gute Note heim gebracht hat und weil er davor lernte und nicht weil er nun mal sein Sohn ist.  Wir stellen fest: Stolz auf Handlungen -> Jo! Stolz auf Gegenstände/Menschen -> No!

Mit dieser Erkenntnis gehen wir nun auf ein Fußballturnier und befragen diverse Fans, die bierschweißtriefend ihre Nationalität rumschreien, warum sie das ganze Theater machen. Es werden manche antworten, dass sie die Fußballmannschaft toll finden und deren Leistungen feiern und es werden manche antworten, und das sind nun meine Opfer, dass sie ihr Land so scheiße geil finden. „Warum findest du dein Land denn so geil?“, frage ich die dann. Die Antworten können diverse Formen annehmen: Mal wird die Landschaft angepriesen, weil das eigene Land die schönsten Berge, Flüsse, Seen, Ghettos usw. besitzt. Mal ist es die Kultur, das Essen, die Sprache usw. Nationalstolz fliegt mir da mit stolzer Spucke entgegen und es stellt sich bei mir die Frage: Warum bist du stolz auf dein Land, obwohl du doch nichts damit zu tun hast? Du kannst nur stolz auf Taten sein, also sage mir, welche Taten dein Land dazu bewogen haben, diese schönen Berge zu formen. Sage mir, was du mit der Leistung deiner Fußballmannschaft zu tun hast. Dein klarer und lieblicher Fangesang soll also eine psychologisch nachweisbare Unterstützung für die Spieler sein? Wir sehen, worauf ich hinaus will: Patriotismus wtf?!
Ein ähnliches Bild bietet sich an, wenn man sich die Generation der Migrantenkinder anschaut. Ohne zu pauschalisieren (denn so etwas machen Politiker schließlich auch nicht hoho), stellt man fest, dass es einige gibt, die eine gewisse Abneigung gegenüber Deutschland hegen und das Land ihrer Väter und Großväter dafür ganz toll finden. Die generell halbpubertäre Argumentation gegenüber dieser Haltung fängt oft mit „Was machst du dann noch hier in Deutschland?“ an, wovon wir hier aber erst gar nicht erst anfangen wollen.  Nein, ich frage sie lieber, warum Polen/Vietnam/Türkei/Amerika/ /Nepal/Kasachstan Hui! und Deutschland Pfui! ist. Ohne jetzt halbwegs logische Antworten zu erwarten, überspringen wir diesen Part und kommen zu der gewollten Antwort: Stolz! Man ist angeblich stolz ein Pole/Schlitzi/Türke/Ami/Nepalianer/Kasache zu sein – soso. Wir konfrontieren unsere imaginären Freunde mit der Tatsache, dass sie rein gar nichts damit zu tun haben, dass ihr Land ist so wie es ist (es sei denn, sie sind Bürgerrechtler, Wissenschaftler oder sowas) und dass es überhaupt keinen Grund für Nationalstolz gibt. Was glaubt ihr wie sie darauf reagieren? Vermutlich ist die kulturelle Schranke schon so weit heruntergefahren, dass sie einen Dialog unmöglich machen. Man kann jedoch trotzdem fragen: Gibt es etwa irgendwelche positiven Effekte, wenn man stolz auf sein Land ist? Mir wollen keine Einfallen, wenn ihr Ideen habt, dann verratet es mir : )

Patriotismus ist also unnötig und sinnlos. Allgemein können wir an dieser Stelle zusammenfassen, dass jeglicher Stolz, der nicht Handlung gilt, an denen man direkt beteiligt ist, unsinnig sei.

Kommen wir zum Begriff Ehre, der ähnlich schwammig, schwach und weich ist. Wie Spongebob. Wenn es euch hilft – Stolz und Ehre sind wie Spongebob. Lustig anzusehen, naiv, aber nicht in der Lage an der realen Luft zu atmen und zu überleben – und vor allem: fiktiv.
Wir kennen den Begriff Ehre oft unter älteren kulturellen Kontexten. Der Samurai ersticht sich, weil seine Ehre futsch ist. Die Eltern erstechen sich ebenfalls… oder  weinen einfach, weil die Familienehre beschmutzt ist. Bei momentanen Diskussionen kennt auch jeder den Begriff „Ehrenmord“, der für Integrationsfehlschlag und Selbstjustiz steht.
Ehre ist also ein Teil eines Wertesystems, das sich auf eine nicht-existente Größe beruft, die zu verteidigen ist. Die Funktion der Ehre ist jedoch zweifelhaft, da Ehre an sich eher ein größeres Konfliktpotenzial birgt, als es nützlich ist. Denken wir wieder an die Familienehre, so ist es ein gutes Beispiel, das Streben der asiatischen Kinder zu nennen, die lernen und lernen, um den sozialen Prestige der Familie zu mehren. Die Familie mit den klügsten Kindern ist unter eigenen Kreisen gleichzeitig auch die coolste Familie. So haben wir also einen kulturellen Bildungsfaktor, den die westlichen Staaten scheinbar vermissen.  Natürlich ist das ganze Beispiel auch mit Vorsicht zu genießen, denn die Selbstmordrate innerhalb der Familien mit nicht so begabten Kindern, ist lustigerweise überdurchschnittlich hoch – Forscher sind der Sache gerade auf der Spur.
Wir kommen zum Fazit, dass Stolz und Ehre zwei Spongebobs sind, die man sich als Kind ruhig mal reinziehen kann, als Erwachsener aber eher davon distanzieren sollte, da sie mit der Realität recht wenig zu tun haben und eher für Missverständnisse und Konflikte sorgen. Hört man auf diese beiden Spongebobs, ist man ein Patrick. Okay Patrick ist cool – schlechter Vergleich.

Tschö
horst

Freitag, 28. Januar 2011

Tragisches aus dem Bildungssystem

Whaddup,
ich schreibe eigentlich gerade an meinem Philosophie-Essay, aber da ich ein Meister der Selbstablenkung bin, verfasse ich mal schnell einen kleinen Blogpost. : D
Inhalt des Posts ist auch gar nicht so viel meinerseits, viel eher ein kleiner Lesetipp einer (wahrscheinlich) wahren Tragödie des Bildungssystems. Inhaltlich kann man zu diesem Thema sicherlich gut diskutieren - könnt ihr an dieser Stelle auch ruhig tun, wenn es euch lieb ist. Bologna-Prozess, Verschulung der Uni, Burnout bei Studenten - Schlagworte zu diesem Thema, die bei den meisten von euch wahrscheinlich nicht unbekannt sind.
Viel erwähnenswerter ist jedoch für mich die Art, wie diese beiden offenen Briefe geschrieben wurden. Ich lese so viel Verbitterung und Enttäuschung heraus - bei beiden! Die Ex-Schülerin prangert ihren Ex-Lehrer dafür an, dass er sie dazu ermutigte Zusammenhänge zu verstehen, statt dumpf Sachen auswendig zu lernen. Sie nimmt es ihm übel, dass er ihr eine meiner Meinung nach schöne Schulzeit beschert oder zumindest dazu beigetragen hat! Ich finde es einfach traurig. Das mühsam erbaute Schiff mit dem Namen "Schulbildung" zerschellt an den Klippen der Universität (Dramatik pur xD). Auch traurig: Beide erkennen sich als Schachfiguren der Bildungspolitik wieder - die Ex-Schülerin gibt sich resigniert, der Ex-Lehrer hält aber weiter an seiner Art fest (was ich toll finde).

Na ja macht euch selbst ein Bild davon:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,737957,00.html
Der Brief der Schülerin an den Lehrer

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,737982,00.html
Die Antwort des Lehrers.

Na dann mach ich mich mal weiter an die Arbeit x)
Cheers

Dienstag, 21. Dezember 2010

Weihnachtshorst und Co. KG.

Weihnachten!
Fest der Liebe!  Besinnliche Zeit!

Wie diese Wörter, die meine Kinderaugen einst zum glänzen brachten, immer mehr verblassen und durch Konsum, Stress und Masse verdrängt werden.
Dass Weihnachten in unseren Kreisen längst nicht mehr das christliche Fest der Liebe ist, muss ja langsam angekommen sein. Dass die Kleidung des Weihnachtsmanns zufälligerweise die gleichen Farben haben wie die Firma Coca Cola, muss auch langsam ankommen. Kurz: Wir fühlen uns alle ein wenig verarscht. Die Wirtschaft hat uns fest als Opfer im Blick und macht es uns so schmackhaft wie möglich unser liebes Geld für unsere lieben Menschen auszugeben. Von überall hört man dieses Gestöhne und doch machen alle mit. Das Konsumfest scheint Tradition zu sein!
Doch anscheinend steckt in vielen von uns doch noch ein Fünkchen Menschlichkeit und so ist es ebenfalls Tradition an Weihnachten etwas Gutes zu tun... womit ich nun den Bogen zu meinem eigentlichen Thema geschlagen habe;

Bedürftigen mit Geld, Geschenken, Essen etc. aushelfen - doch warum? Ich habe letztens in Facebook gelesen, dass diese berühmte gute Tat an Weihnachten dem Vorhaben gleicht, als Raucher kurz vor dem Tod mit dem Rauchen aufzuhören. Ich finde diese Formulierung gar nicht so falsch - effektiv ist das sicherlich nicht sehr. Aber besser als nichts oder?

Noch gestern habe ich eine kleine Unterhaltung mit meinem geschätzten Freund Marvin aka Furby geführt, in dem genau um diese Weihnachtsprobleme ging. Viele machen es nur um ihr Gewissen zu beruhigen. 20€ an eine Stiftung überwiesen und schon kann man wieder lächelnd auf seine 100€ teure Uhr schauen hm?
Allgemein will ich jetzt nicht dazu aufrufen nicht mehr zu spenden - ich weiß, dass gerade an Weihnachten große Summen zusammenkommen, die zum Teil auch wirklich helfen. Nur mache ich an dieser Stelle darauf aufmerksam, dass man doch bitte drauf achten soll, an wen das Geld geht, wie und ob das Geld auch dort ankommt, wo es eurer Meinung nach hin soll. Eine kleine Internetrecherche sollte genügen um sowohl Angaben von der Stiftung selbst sowie von Dritten (eventuell Kritikern) zu erfahren. Dass man wie Kant dem berühmten guten Willen folgt ist schon mal tugendhaft - fehlt nur noch, dass ihr dem Utilitaristen in euch folgt und auch den Nutzen eurer Tat optimiert.

Ich persönlich war nie der große Spender oder ähnliches, doch mittlerweile holt mich meine Volljährigkeit auch geistig ein [zum Bedauern meiner kindischen Natur xD] und ich habe eigentlich auch vor gehabt, diese Weihnacht mit ein paar guten Freunden irgendwo gemeinnützige Arbeit zu leisten. Doch leider stellte ich fest, dass man so spontane Art von Arbeit (na ja immerhin 3 Wochen vor Weihnachten) nicht suchte, sondern eher Längerfristiges. Nach etlichen Absagen habe ich es nun aufgegeben und beschlossen das ganze einfach bei einer langfristigen Arbeit nachzuholen. Kostenlose Nachhilfe für bedürftige Kinder von einem angehenden Lehrer klingt doch für beide nützlich oder? : )

Ich will in keinster Weise prahlen oder mein Ego in irgendeiner Weise aufwerten, sondern nur an einem Beispiel zeigen, dass es viele Arten gibt, sich diesem Konsumfest zu widersetzen und auf das eigentliche zurückzukommen. Neben der Geburt Christi als Grund ist Weihnachten längst kein rein christliches Fest mehr. Warum denn auch? Soll die Nächstenliebe etwa den Christen vorbehalten werden? Ich finde, dass man uns gottlosen Heiden ebenfalls diese Chance geben sollte. Ihr auch?

Ach ja:

mybestbrands.de

Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das Geld auch wirklich ankommt, poste ich es trotzdem mal. Laut der Website spendet mybestbrands.de Geld, wenn ich dies auf meinem Blog poste. Mybestbrands ist einigermaßen bekannt und das deutsche Kinderhilfswerk, wo die 25€ hingehen werden, fiel bisher "nur" durch kleinere Affären auf. Was solls, schaden kanns hoffentlich nicht^^

Schon mal vorab schöne Weihnachtstage - und vergesst nicht oben links bei meiner Abstimmung mitzumachen, damit ich weiß, was ich euch schenke ;b

Zum Schluss noch ein besinnliches Weihnachtslied:


Klick me Baby
Horst

Freitag, 3. Dezember 2010

Über Ninja Turtles und ähnliche Mutanten

[Kategorie: Gesellschaftskritisches]
Fangen wir mal an. Es folgt nun ein kleiner Text, den ich bereits im Februar diesen Jahres verfasst und veröffentlicht habe. Bis neue Milch ankommt, müsst ihr euch mit alten Käse begnügen.


Querdenker. Komische Leute. Sie sind anders. Sie denken anders. Man versteht sie nicht. Man lehnt sie ab – und irgendwann, meist wenn sie schon vergraben wurden, bewundert man sie. Ich denke hier an Menschen wie Aristoteles, Galilei, Darwin, Kant, Einstein uvm. Es waren Menschen, die auf eine Idee kamen, zu denen sich bisher noch niemand getraut hat sie laut auszusprechen.[Nachträgliche Anmerkung: Öhm ja, wie soll man auch etwas aussprechen, worauf noch niemand kam. xD Fail] Es sind Märthyrer gewesen. Sie lebten und starben für ihre Überzeugungen.
Nein, dieser Text soll keine Lobeshymne an berühmte Menschen aus den Geschichtsbüchern sein. Es soll eher eine Aufforderung sein, einen Einstein in sich selbst zu finden. Ich will die aufgezählten Personen nicht vergöttern, sie sollen lediglich Beispiele sein, die in jeden von uns stecken. „Ich der nächste Einstein? Klar! Was kommt als nächstes? Deine Mutter wird schön?“
„Nein deine Mutter wird auf ewig unschön sein, aber sei trotzdem ein Querdenker"– ist meine Antwort. Ja, du wirst wahrscheinlich nicht sofort auf Anklang stoßen. Ja, du wirst zu deinen Lebzeiten wahrscheinlich nicht mehr dafür anerkannt werden. Nein, damit kannst du nicht leichter Frauen/Männer abschleppen. xD
Dennoch ist Querdenker sein eine heikle Sache. Es ist ein Spiel, bei dem leider immer weniger mitspielen. Das ist auch genau die Schwäche, die jeder von uns hat. Wir wollen auf Nummer sicher gehen! Ich komme mir vor wie diese Typen aus der Politik: Geht wählen! Aber das ist auch in etwa mein Gedanke. Geht denken! Man braucht euch. Genug von materieller Abspeisung und reizüberflutetem Alltag. Bewegt im Kopf euren Arsch (irgendwie cool dieses Bild..)

Ich hoffe es kommt langsam raus, worauf ich hinaus will; Seid anders, seid mutig, scheißt auf alle, bewegt etwas (am besten euren Arsch). Guckt Digimon und lebt euren Traum. Ich kanns nicht mehr weiter ansehen, wie diese Gesellschaft verrottet.
Wenn „Sapere Aude“ der Leitspruch Kants war, so ist meiner ab jetzt: „Bewegt im Kopf euren Arsch“ : D

Wer mit der Evolutionstheorie bewandert ist, kennt womöglich den Begriff „Genpool“. Wer es nicht kennt: Als Genpool wird die Gesamtheit aller Gene einer Art bezeichnet. Warum ich jetzt mit Biologie ankomme? Zu einem, weil ich mich gerade (erfolgreich) vorm Bio lernen drücke, zum anderen, weil wir einen Ideenpool besitzen. Der Genpool verändert sich stets, unter anderem durch Mutationen (Mutationen sind sprunghafte, unvorhersehbare Veränderungen in der DNA). Es sind bei den Tieren und Pflanzen also u.a.die Mutationen, die immer wieder frischen Wind ins öde Leben bringen. Ist es bei uns auch so? Ja klar! Es gibt auch im Gedankenpool Mutationen. Nur leider wird diese Entwicklung durch gesellschaftliche Kräfte gehemmt, verurteilt und abgestoßen. Oder war es die Natur, die Galilei davon abgehalten hat, die Erde als kugelähnlich zu verkünden?

Der Biologieexkurs zeigt also: Querdenker sind Mutanten! Richtig gelesen, Kant, Einstein und Co sind die Ninja Turtles der Gedankenwelt. Will ich jetzt, dass alle von uns kämpfende Schildkröten werden? Verdammt nein, aber die unter euch, die im Untergrund leben und Pizza fressen, sollen endlich rauskommen.


Bewegt im Kopf euren Arsch : D
So hat der Horst im Februar 2010 also gedacht. Ich muss sagen, dass ich im Kern nichts von alldem, das ich geschrieben habe, zurücknehme.
Okay, es schlägt fast halb 5 Uhr morgens - ich zieh ab.
Horst